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Drohninger – Modul Versuchswesen
Das Drohninger-Modul Versuchswesen unterstützt die strukturierte Verwaltung landwirtschaftlicher Versuche, Versuchsflächen und Microplots. Drohnen-, Sensor- und Felddaten können einzelnen Parzellen zugeordnet, über mehrere Erhebungszeitpunkte verwaltet und gemeinsam mit mobilen Bonituren dokumentiert werden. Automatisierte Verarbeitungs- und Auswertungsfunktionen können die Datenaufbereitung unterstützen. Die fachliche und statistische Bewertung bleibt Bestandteil des jeweiligen Versuchsablaufs.
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Ausgangslage und Einsatzbereich
In landwirtschaftlichen Versuchen entstehen unterschiedliche Daten aus Versuchsplanung, Feldbonitur, Drohnenbefliegung, Sensorik, Laboranalysen und Ertragsfeststellung.
Werden diese Informationen in getrennten Dateien, Tabellen und Ablagesystemen geführt, kann die Zuordnung zu Varianten, Wiederholungen und einzelnen Parzellen aufwendig werden.
Das Modul Versuchswesen führt die projektbezogenen Informationen in einer gemeinsamen Datenstruktur zusammen.
Mögliche Einsatzbereiche sind:
- Sorten- und Züchtungsversuche
- Feld- und Parzellenversuche
- Betriebsmittelversuche
- Dünge- und Pflanzenschutzversuche
- Anbau- und Managementversuche
- Entwicklungs- und Forschungsprojekte
- Demonstrationsflächen
- mehrjährige Beobachtungsreihen
- Drohnen- und sensorbasierte Bestandserfassung
- mobile Bonitur im Feld
Vor Projektbeginn werden Versuchsaufbau, Parzellenstruktur, gewünschte Merkmale, Erhebungszeitpunkte und vorgesehene Auswertungen festgelegt.
Versuchsaufbau und Projektstruktur
Versuche können entsprechend ihrer vorgesehenen Struktur in Drohninger angelegt werden.
Je nach Projekt können dazu insbesondere gehören:
- Versuchsstandort
- Versuchsjahr und Saison
- Prüfglieder und Varianten
- Wiederholungen
- Blöcke
- Parzellen oder Microplots
- Kontrollvarianten
- Aussaat- oder Pflanzdaten
- Behandlungstermine
- Erhebungszeitpunkte
- Merkmale und Maßeinheiten
- verantwortliche Personen
- zugehörige Dateien und Berichte
Vorhandene Versuchspläne und Parzelleninformationen können in unterstützten Formaten übernommen oder für das Projekt neu angelegt werden.
Die korrekte Zuordnung von Varianten, Wiederholungen und Parzellen muss vor Beginn der Datenerfassung kontrolliert werden.
Parzellen und Microplots
Parzellen beziehungsweise Microplots bilden die räumliche Grundlage für die Zuordnung der erfassten Daten.
Die Geometrien können abhängig vom Projekt:
- aus vorhandenen Geodaten übernommen
- anhand eines Versuchsplans erstellt
- auf einer Referenzkarte digitalisiert
- aus vermessenen Eckpunkten abgeleitet
- nachträglich an die tatsächliche Feldlage angepasst werden
Für eine verlässliche Zuordnung müssen Lage, Größe, Orientierung und Identifikation der Parzellen mit dem tatsächlichen Versuchsaufbau übereinstimmen.
Abweichungen bei Aussaat, Anlage, Fahrgassen, Parzellenrändern oder Georeferenzierung können die spätere Datenauswertung beeinflussen.
Technologie und Vorgehensweise
Ein typischer Arbeitsablauf kann folgende Schritte umfassen:
- Versuch und Standort anlegen
- Varianten, Wiederholungen und Parzellen definieren
- vorhandenen Versuchsplan importieren
- Parzellengeometrien prüfen oder erstellen
- gewünschte Merkmale und Erhebungszeitpunkte festlegen
- Drohnenflug oder andere Datenerfassung planen
- Bild-, Sensor- oder Felddaten erfassen
- Daten auf Vollständigkeit und Qualität prüfen
- erforderliche Karten- und Datenprodukte erstellen
- Informationen den jeweiligen Parzellen zuordnen
- automatisiert ableitbare Kennzahlen berechnen
- Zuordnung und Ergebnisse auf Plausibilität kontrollieren
- mobile Bonituren und ergänzende Beobachtungen erfassen
- Ergebnisse vergleichen und exportieren
- Verarbeitung und verwendete Einstellungen dokumentieren
Der konkrete Ablauf wird an Versuchsziel, Versuchsdesign, Sensorik und gewünschte Ergebnisse angepasst.
Drohnen- und Sensordaten
Georeferenzierte Drohnenaufnahmen können verwendet werden, um Versuchsflächen zu dokumentieren und räumlich auswertbare Merkmale abzuleiten.
Je nach Sensorik und Projekt können unter anderem verarbeitet werden:
- RGB-Aufnahmen
- multispektrale Aufnahmen
- georeferenzierte Orthofotos
- Höhen- und Oberflächenmodelle
- Vegetationsindizes
- Punktwolken
- thermische Daten
- weitere projektbezogene Sensordaten
Welche Daten für ein bestimmtes Merkmal geeignet sind, muss vor der Erfassung geprüft werden.
Ein Vegetationsindex ist beispielsweise eine aus Spektralwerten berechnete Kennzahl. Er stellt nicht automatisch eine eindeutige Messung von Ertrag, Biomasse, Krankheitsbefall, Nährstoffversorgung oder Trockenstress dar.
Für eine fachliche Interpretation können zusätzliche Feld-, Labor- oder Referenzdaten erforderlich sein.
Automatisierte Merkmalsableitung
Abhängig von Datenqualität, Sensorik und verfügbarer Auswertungsfunktion können ausgewählte Merkmale automatisiert oder teilautomatisiert abgeleitet werden.
Dabei kann es sich beispielsweise um folgende Kategorien handeln:
- Flächen- und Geometriemerkmale
- spektrale Kennzahlen
- Bestandsbedeckung
- Pflanzen- oder Objektzählungen
- Höhen- und Strukturmerkmale
- räumliche Verteilungsmuster
- zeitliche Veränderungen
- projektspezifisch definierte Kennzahlen
Welche Merkmale tatsächlich verfügbar sind, wird für die verwendete Modul- und Modellversion angegeben.
Automatisch berechnete Werte müssen auf Plausibilität geprüft werden. Dies gilt insbesondere bei lückenhaften Beständen, überlappenden Pflanzen, Schatten, Bodenunterschieden, Lagerstellen, unvollständigen Parzellen oder wechselnden Aufnahmebedingungen.
Ergebnisqualität und Vergleichbarkeit
Die Vergleichbarkeit von Ergebnissen über verschiedene Parzellen oder Zeitpunkte hängt von einem möglichst einheitlichen Erfassungs- und Verarbeitungsablauf ab.
Einflussfaktoren sind unter anderem:
- Versuchsdesign
- Parzellengröße und Randbereiche
- Aufnahmezeitpunkt
- Entwicklungsstadium
- Beleuchtung und Wetter
- Flughöhe und Bodenauflösung
- verwendeter Sensor
- Kalibrierung
- Bildüberdeckung
- Georeferenzierung
- Lagegenauigkeit der Parzellen
- Verarbeitungseinstellungen
- verwendete Modell- oder Softwareversion
- Umgang mit fehlenden oder auffälligen Daten
Änderungen an Sensorik, Flugplanung, Auswertungsmethode oder Modellversion müssen dokumentiert werden, wenn Ergebnisse über mehrere Zeitpunkte oder Standorte verglichen werden sollen.
Mobile Bonitur
Ergänzend zu den Drohnendaten können Beobachtungen direkt im Feld mit einer mobilen Anwendung erfasst werden.
Je nach Projektkonfiguration können dabei unter anderem dokumentiert werden:
- Boniturnoten
- Zählwerte
- Messwerte
- Entwicklungsstadien
- Schadbilder
- Krankheits- oder Stresssymptome
- Bestandeseigenschaften
- Freitextnotizen
- Fotos
- Datum und verantwortliche Person
Die verfügbaren Merkmale, Wertebereiche, Einheiten und Eingaberegeln werden vor der Erhebung festgelegt.
Auswahllisten und definierte Eingabefelder können uneinheitliche Schreibweisen und Mehrfacheingaben reduzieren. Sie verhindern jedoch nicht automatisch fehlerhafte oder unplausible Eingaben.
Je nach verfügbarer App-Funktion können vorbereitete Projekte auch offline verwendet und später synchronisiert werden.
Verbindung von Luft- und Bodendaten
Drohninger ermöglicht die projektbezogene Zuordnung unterschiedlicher Datenquellen zu einer Parzelle beziehungsweise einem Microplot.
Dadurch können beispielsweise gemeinsam betrachtet werden:
- Drohnenaufnahmen
- abgeleitete Vegetationsindizes
- Höhen- und Strukturinformationen
- mobile Bonituren
- Fotos aus der Feldkontrolle
- Behandlungstermine
- Ertrags- oder Laborwerte
- weitere importierte Versuchsdaten
Die gemeinsame Darstellung erleichtert die Zuordnung und den Vergleich. Sie beweist jedoch nicht automatisch einen ursächlichen Zusammenhang zwischen den beobachteten Merkmalen.
Korrelationen und Unterschiede müssen entsprechend dem Versuchsdesign und mit geeigneten statistischen Methoden beurteilt werden.
Datenkontrolle und Freigabe
Vor einer weiterführenden Analyse sollten die Daten auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft werden.
Dazu können insbesondere folgende Kontrollen gehören:
- Sind alle Parzellen vorhanden?
- Stimmen Parzellenkennung und Variante überein?
- Sind Einheit und Wertebereich korrekt?
- Wurden fehlende Werte eindeutig gekennzeichnet?
- Gibt es doppelte oder widersprüchliche Einträge?
- Wurden Randbereiche und Fahrgassen berücksichtigt?
- Sind Bilddaten vollständig und ausreichend scharf?
- Stimmen Aufnahmezeitpunkt und Entwicklungsstadium?
- Ist die räumliche Zuordnung plausibel?
- Wurden Ausreißer geprüft?
- Ist die verwendete Auswertungs- oder Modellversion dokumentiert?
Automatisch erzeugte Ergebnisse sollten erst nach der vorgesehenen Kontrolle für Vergleiche, Berichte oder weitere Analysen freigegeben werden.
Datenexport und statistische Auswertung
Versuchs- und Ergebnisdaten können in unterstützten Formaten für die weitere Bearbeitung exportiert werden.
Je nach vereinbartem Umfang können dazu gehören:
- Parzellenstammdaten
- Varianten und Wiederholungen
- Boniturwerte
- automatisch abgeleitete Kennzahlen
- Zeitreihen
- Geometrien
- Karten
- Tabellen
- Bildausschnitte
- Berichte
Der Export aus Drohninger stellt noch keine fertige wissenschaftliche oder statistische Bewertung dar.
Die Wahl des statistischen Verfahrens muss zum Versuchsdesign, zur Fragestellung, zur Verteilung der Daten und zu vorhandenen Wiederholungen passen. Fehlende Werte, Ausreißer und räumliche Effekte müssen entsprechend berücksichtigt werden.
Daten, Ergebnisse und Dokumentation
Je nach vereinbartem Funktionsumfang können folgende Inhalte bereitgestellt oder im System verwaltet werden:
- digitaler Versuchsplan
- Parzellen- und Microplot-Geometrien
- Varianten- und Wiederholungsinformationen
- georeferenzierte Karten
- Drohnen- und Sensordaten
- mobile Bonituren
- parzellenbezogene Kennzahlen
- Zeitreihen
- Fotos und Notizen
- Verarbeitungsinformationen
- Exportdateien
- projektbezogene Berichte
Welche Rohdaten, Zwischenprodukte und Ergebnisdateien enthalten sind, wird vor Projektbeginn festgelegt.
Benutzerrollen und Zusammenarbeit
Für ein Versuchsprojekt können unterschiedliche Benutzerrollen und Zugriffsrechte eingerichtet werden.
Je nach Konfiguration können beispielsweise folgende Gruppen berücksichtigt werden:
- Versuchsleitung
- Feldpersonal
- Boniturteams
- Datenverarbeitung
- Projektpartner
- Auftraggeber
- externe Auswertung
Die Zugriffsrechte sollten so vergeben werden, dass Personen nur jene Daten und Funktionen erhalten, die sie für ihre Aufgabe benötigen.
Änderungen, Freigaben und Korrekturen sollten mit Benutzer, Zeitpunkt und betroffenem Datensatz nachvollziehbar dokumentiert werden, soweit diese Protokollierung im vereinbarten Funktionsumfang enthalten ist.
Datenschutz und Vertraulichkeit
Versuchsdaten können vertrauliche Informationen über Sorten, Prüfglieder, Wirkstoffe, Standorte, Versuchsergebnisse oder betriebliche Abläufe enthalten.
Vor der Nutzung sind daher insbesondere folgende Punkte festzulegen:
- zugriffsberechtigte Personen
- Verwendungszwecke
- Nutzungsrechte
- Speicherdauer
- Datenexport
- Löschung
- Sicherung
- Weitergabe an Projektpartner
- Verwendung für Software- oder Modellentwicklung
Personenbezogene Daten und vertrauliche Forschungsdaten werden nur im vereinbarten Umfang verarbeitet und bereitgestellt.
Fachlicher Hinweis
Das Modul Versuchswesen unterstützt die strukturierte Erfassung, Verarbeitung und Bereitstellung von Versuchsdaten.
Es ersetzt nicht:
- die fachgerechte Planung eines Versuchs
- ein geeignetes Versuchsdesign
- erforderliche Wiederholungen und Kontrollen
- die Kalibrierung der verwendeten Sensoren
- Feld- oder Laborreferenzen
- die Prüfung automatisch abgeleiteter Werte
- eine geeignete statistische Auswertung
- die fachliche Interpretation der Ergebnisse
Eine automatisierte Auswertung kann aus ungeeigneten oder unvollständigen Eingangsdaten keine verlässlichen Ergebnisse erzeugen.
Für amtliche, zulassungsbezogene oder anderweitig regulierte Versuche können zusätzliche Vorgaben zu Methodik, Dokumentation, Datenintegrität und Aufbewahrung gelten. Deren Einhaltung muss für das konkrete Projekt gesondert geprüft werden.
Ihre Vorteile
Ihre Vorteile auf einen Blick
- zentrale Verwaltung von Versuchen und Versuchsflächen
- strukturierte Abbildung von Parzellen und Microplots
- Zuordnung von Varianten und Wiederholungen
- Verbindung von Drohnen-, Sensor- und Felddaten
- mobile Erfassung definierter Boniturmerkmale
- parzellenbezogene Bereitstellung von Kennzahlen
- Verwaltung mehrerer Erhebungszeitpunkte
- dokumentierbare Qualitätskontrolle
- rollenbasierte Zusammenarbeit
- Export für weiterführende Analysen
- nachvollziehbare Projekt- und Versuchsdokumentation
Nächster Schritt
Modul Versuchswesen anfragen
Teilen Sie uns mit, welche Art von Versuch abgebildet werden soll, wie die Parzellen strukturiert sind, welche Daten bereits vorliegen und welche Merkmale erfasst oder ausgewertet werden sollen. Wir prüfen anschließend, welche Funktionen, Datenimporte, mobilen Erfassungsmasken und Auswertungen für das Projekt geeignet sind.





